Museum of Old and New Art – MoNA

January 29th, 2012 by nk

Ende Januar 2011 öffnete das lang erwartete Musem of Old and New Art – MoNA in Tasmaniens Hauptstadt Hobart seine Pforten erstmals der Öffentlichkeit. Situiert im bunt gemischten Arbeiterklassenstadtteil Barriedale nördlich der Innenstadt auf einer der vielen kleinen Halbinseln die in die breite Mündung des Flusses Derwent River hineinragen. Das neue Museum ist eine Erweiterung des 1999 durch den Kunst- / Antiquitätensammler und professionellen Spieler David Walsh gegründete Museum of Antiques welches in der Villa des Moorilla Estates, einer alt ansässigen Winzerei, entstand. 

Das MoNA teilt sich die dreieinhalb Hektar große Halbinsel mit der Moo Brew Brauei, der neuen Winzerei und den acht Mona Pavillions, welche Unterkunft für den sehr gut betuchten Kunstgenießer bieten und mit ca. 500-1000 $AUD pro Nacht zu Buche schlagen. Dann ist da noch eine Kläranlage und ein Tennisclub auf der nordöstliche der Halbinsel – eine merkwürdige Kombination, besonders wenn eine Brise des süßlichen Klärgestanks herüber weht während man gerade eines der vorzüglichen lokal gebrauten Biere der hiesigen Brauerei schlürft.

Gestaltet, geplant und ausgeführt vom in Melbourne ansässigen Architekturbüro Fender Katsalidis Architects, erscheint das Gebäude zur Südseite, dem am Wasser gelegenen Teil hin als eine Art mittelalterliche Trutzburg. Direkt aus dem Wasser emporragend schält sich ein proportionsloser länglicher Baukörper dessen Fassade durch längst aus der Mode gekommenen Cortenstahl und rohem Beton wie man ihn zur Befestigung von Berghängen findet bestimmt wird aus dem Hang.

Nähert man sich dem Gebäudekomplex allerdings von der Straßenseite her, drängt sich ein gänzlich anderer Eindruck auf. Nachdem sich die Straße durch die Weinreben der  Winzerei schlängelt, erhebt sich das Gebäude rechter Hand langsam aus dem Boden, um den Besucher vorbei an einem aus Cortenstahl gefertigten Betonlaster und über ein Tennisplatz zum Haupteingang führt. Dieser befindet sich in der Villa der ehemaligen Morilla Winzerei und ist von außen unverkennbar durch eine Wand aus spiegelnden gebogenen Edelstahlpanelen gekennzeichnet. Im inneren empfängt den Besucher eine heimelige Landhaus-am-Meer Atmosphäre; im Kamin brennt ein warmes Feuer, in gemütlichen Designledersesseln lässt sich vorzüglich ein Bildband des Museumslädchens studieren, oder die durch raumhohe Festverglasung gerahmte Szenerie des Derwent River mit seinen Hügeln und vielen Halbinseln genießen.

Ab hier fängt die wirkliche “Mona-Erfahrung” an. Abwärts geht es in den Bauch des Ungeheuers. Wie Pinocchio einst vom Wal verschlungen wurde und in dessen Magen eine wundersame Ansammlung allerlei Gestrandeten Lebens fand, so fühlt sich der Besucher beim Abstieg in den Bauch des Museums. Ausgerüstet mit zum persönlichen und elektronischen Begleiter umfunktioniertem Ipod geht es durch einen riesigen von oben belichteten Glaszylinder in den Untergrund. Unten angekommen merkt man nach etwa 2 Minuten langsam, wie die Zunge trocken wird. Mund zu! Der Raum ist Fensterlos und wird bestimmt durch roh beschnittenen Sandsteinfels der sich in 10 Metern Höhe im Betongewölbe der Decke verliert. Eine Kathedralen artige Atmosphäre macht sich in dem fast frei fließenden Raum verschiedener Ausstellungsflächen breit.

Kein Tageslicht, nur purer Stein, roher Beton und ebenso rohe Kunst, oft zum Thema Sex und Tod.

Pause gefällig? Zurück am Einstiegspunkt dieser “Disneyland Lustgrotte für Erwachsene” gibt es eine Bar -und ein Kino.

Leider konnte ich im Bauch des Wal´s keine brauchbaren Fotos machen, da alle 10 Minuten einer der hip gekleideten Angestellten angerannt kam und fragte ob meine Fotos wirklich keinem kommerziellen Zweck dienen würden. Für den Architektur- und Kunstinteressierten Reisenden der Tasmanien besucht ist das MoNA ein muss.

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nk | design*kung-fu

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RMIT Design Hub

January 8th, 2012 by nk

Australiens architektonische Hauptstadt Melbourne hat einen neuen Zacken in der Krone. Der sogenannte Design Hub, entworfen und umgesetzt von Sean Godsell Architects, konzipiert eine neue Gestaltungszentrale für interdisziplinäres Arbeiten und bietet neben flexiblen Arbeitseinheiten auch Unterkunft für angehende Akademiker gestaltungsrelevanter Professionen der RMIT Universität. Am Nordende der Hauptachse der Stadt (Swanston Street) gelegen, bildet das geradlinige Gebäude visuell ein Gegengewicht zum Shrine of Rememberance, welcher den Anfang dieser Achse bildet.

Die äußere Schale der Fassade des Design Hubs bilden 16.000 sandgestrahlte transluzente Glaselemente, welche den Sonneneintrag verringern und außerdem mit Photovoltaik nachgerüstet werden können. Diese Glaszellen verleihen dem Gebäude seinen Charakter: ständig wechselnd, je nach Sonnenstand und Lichtintensität wirkt das Gebäude solide oder transparent, grünlich schimmernd, blau glänzend oder Gold leuchtend.

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Architektur in Melbourne

October 24th, 2011 by nk

In den letzten Wochen hatte ich endlich Zeit, die in den letzten zwei Jahren angesammelten Rohdaten durch zu sehen und einige Projekte zu entwickeln. Größtenteils handelt es sich um Bilder der australischen gebauten Umwelt. Dabei interessieren mich die einfachen Gebäude der Alltags-Architektur und -Kultur ebenso wie Bauten architektonischer Hochkultur, von denen ich einige auf meine Homepage hoch geladen habe. Die Projekte reichen von Denton Corker Marshall’s bis zum abwinken publizierter “Webb Bridge” über das “Australian Center of Contemporary Art” in Melbourne bis hin zu den blauen Riesen anonymer Vorhangfassadenarchitekturen der modernen Marktwirtschaft.

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Webb Bridge by DCM Architectsnk | design*kung-fu

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Australian Center of Contemporary Art by Wood Marshnk | design*kung-fu

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stiff neck anyone?nk | design*kung-fu

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Langzeit Projekte von persönlichem Interesse – wie zum Beispiel eine Serie über die australische Traumlandschaft der Vorstädte, die sich dank der hiesig herrschenden eingeschossigen Leichtbauweise bis ins unendliche zu erstrecken scheinen sind in fortlaufender Bearbeitung.

Bald gibts mehr!

Time

July 19th, 2011 by nk

I started off thinking about this post as a sort of apology or explanation for my six month lasting absence from this blog. Keep it simple. Find an easy way back. Okay, so… Fail.

Here I am, turning it into an epic sort of self conversational brain ejaculation. Enjoy.

Time is, as we are well aware of, a relative matter. Great minds like Newton and Einstein have contributed greatly to our understanding of the rather abstract concept of time.

Take the common tortoise. It leads a happy life, taking one thing at a time. “Wow, look at the sheer size of that juicy dandelion leaf!” – might take an hour to actually reach the depth of the little tortoise brain. The triggered action to set things in motion to see if the dandelion leaf is, oh so juicy indeed, could take another few hours. And off it goes into happy days of chewing and resting in the sun. So, for the tortoise itself, things are moving at a genuine pace. Yet its surroundings would somehow seem blurred an strangely hastily. Never quite in its reach to grasp what is going on around it.

Turtlenk | design*kung-fu

Trainride

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I wouldn’t say I am like a tortoise. But I do things in my own time.

I’ve had too many things to do in the last six month. Time, and my concept of it, did not allow me to reach this mind frame.

I worked for a large architecture company in Melbourne, Australia. Being responsible for communications, graphics, pr. Very busy place. Good people. Time is whole different concept in a work related environment – whatever you do, time just seems to be running through your fingers and uups, 6pm again, see you tomorrow! There you go, its relative. And, you could ask yourself, am I just now wasting my own and your time as the same instant?

I like time. It interests me, amazes me, confuses and inspires me. And yet, I feel I never have enough of the stuff! Sometimes I find myself contemplating what I would do if I could randomly stop time. Or capture it and release a few moments when ever I need them.

Unsurprisingly, time often shows up in my private photographic work. Be it as a stylistic device or as the subject itself. Taking long time exposures, especially at night is something mystical. You never quite know what you end up with an the result is always unique.

A great inspiration to me is the work of a fellow Teuton, Hans-Christian Schink. Next to sharing his interest in the relationship between landscape and built environment, his black and white series “1h”, which makes the passing of time somewhat abstractly visible, encourages me to further experiment.

Stay tuned.

Gelassenheit

December 15th, 2010 by nk

Vor kurzem war ich zuhause. Heimaturlaub quasi. Ich lebe in Melbourne, Australien. Meine Familie ist über beide Kontinente verstreut und ich dazwischen. Nie ganz dort zuhause wo ich gerade bin. Wenn ich in Deutschland bin vermisse ich die Sonne, das Meer und die australische Gelassenheit. No worries. In Australien vermisse ich das Brot und die kulturelle Vielfalt. Ein Balanceakt.

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g'day matenk | design*kung-fu


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Den ganze zwei Wochen dauernden deutschen Sommer verbrachte ich bei Freunden in Berlin. Bei meinen Streifzügen durch Kreuzberg und Mitte entdeckte ich die Ähnlichkeit meiner beiden Wahlheimatstädte.

Hinsichtlich Sauberkeit punktet ganz klar Melbourne. Warum? Hundescheiße ade! Von zugemüllten Straßen und hastig an der Kreuzung ausgeleerten Aschenbechern keine Spur.

Architektonisch und kulturell hat Berlin die Nase vorn. Zweihundertundvierzig Jahre englischer Einfluß gegen Jahrhunderte alte Kultur. Erfindungen, Dichter, Denker, Musiker, Philosophen und Baumeister. Klare Sache.

In Sachen kulinarischer Vielfalt punktet wiederum Melbourne. Ob latein-amerikanisch, asiatisch oder Tibetanisch, alles kein Problem in der Landeshauptstadt.

Die schon erwähnte Gelassenheit. Ich war erstaunt. Beim durchstreifen der Kreuzberger Gassen wurde ich den Eindruck nicht los das Arbeit und Vergnügen nah beieinander liegen. Die „Popo Bar“ macht beispielsweise ihre Pforten nur auf, wenn die Inhaber gerade Lust, Zeit, oder Gäste haben. Auch in punkto Fahrradfahren findet man in Berlin und Melbourne ähnliche Bedingungen, Hauptsache gut aussehen, Zeit hat man ja.

Gleichstand also.

Fazit: Lebensqualität ist in beiden Städten reichlich vorhanden. An Bars, Festivals und Events mangelt es nirgends. Berlin ist nicht nur Deutschlands Hauptstadt, sondern auch kreativ-kultureller Motor der Gesellschaft – und Melbourne Australiens würdigster Gegner.